Am Fenster

durch das Geviert

rechts oben scheint

der Mond

ins Zimmer

hängt als Haken

überm Wald

der spielt

er sei Drache

Sechs Mal schlägt die Turmuhr

ein letzter Lichtschein

verglüht

entlang des Dachfirsts

Nacht

Verschluckt das blaue Gold

dunkel jetzt

blumenleer 

der Himmel.

© jfz

Das Feuer

brennt

von oben nach unten

damit die Glut wärmt

von unten nach oben

es scheint

als würde

das Feuer

durch die Fasern

des Holzes

von Aussen nach Innen

zwischen Himmel und Erde

atmen.

© jfz

Zum Grunde

gesunken

im Dunkel

geborgen

im Jetzt

der Kern

ist Licht

von morgen.

© jfz

Zugvögel ziehen

Stiche nach Süden bis der

Winter Blumen trägt.
© jfz

Aus dem Erdglockenraum hallt leise ein Lied.

Es lockt den Taurus aus seinem Versteck.

Er bricht sein Schweigen und spielt mit den Nüstern Klavier.
© jfz

Pinselspitzen in Gold

besonnen das enge Tal

wie Zugvögel

schwärmen die Blätter zu Boden

südwärts ins ferne Sehnsuchtsland.

Als sei das fallende Gold

ein leises Echo des Sommers

des Nächsten

des Vergangenen

funkelnder Abschied

einer zeitlosen Zeit.
© jfz

Stare besticken den Himmel

bevor sie südwärts ziehen

knapp überm See

wellt die fliegende Naht

wie der Rocksaum

der Frau

die

vom nächsten Sommer träumt.
© jfz

Lass dich fallen. Du landest in der Liebe. (Auch erhältlich als Lyrische Schale)

Basel, 5.20. Nach dem Gesang der Amseln. Lockruf für den neuen Tag. Mission accomplie. Danach schwatzen die Spatzen. 
 
 



Ich bade im Duft des
Jasmins und träum den Schleier weg.
(Auch erhältlich als Lyrische Schale)
 
 



Vielleicht
ein Schimmern
ein Glühen
vielleicht ranken blühende Schatten über die Wand.

Ein toter Schmetterling ist

eingewoben ins Netz des Traumfängers

ich träum mir den Glanz 

seiner Farben zurück

die Stille

das Zittern der Samenknospen im Wind.
(© Jacqueline Forster-Zigerli)

Ehre, wem Ehre gebührt. (Abwasserdeckel in Lausanne)

Lumières de dimanche. Auf einem Gedicht von André Ramseyer (1914 – 2007). Bildhauer und Poet. (André Ramseyer, le silence habité, Edition poèmes, 2002) ((Bild Gedicht André Ramseyer))

...auf Libellenflügeln 
verlässt ihr 
lautlos 
den Schutz des verblühten Flieders...
... weil ihr wisst
jetzt
zwischen Nadir und
Zenith
ist Zeit zu lauschen.
(Auszug aus einem Gedicht. © jfz)

Augentrost

wächst verborgen

kleiner

als

jede Träne 

sehnt sie dich heil.

 

…sehnt sie dich heil

sehn ich uns heil 

uns alle, alle

wenn ich versinke im Saphir ihrer Augen

zwei Seen gleich

spiegle ich mich an ihrem Grund

find mich wieder

auf einem andern Stern.
(© jfz)

Je suis à fleur de peau.

Ich bin dünnhäutig. 

Empfindlich. Empfindsam. 

Ungeschalt. Ohne Schale. Wie geschält. 

Verwundbar. Verletzlich, letztlich.

Verdünnt. Und

Durchgescheuert.

Fadenscheinig.

Abgewetzt.
Mitgenommen. Ausgefranst.

Leicht lädiert, nur leicht.

Noch nicht geflickt.

A fleur de peau.

Ganz weich, blütensanft.

Die Haut wird heilen.

Die nächste Blume wächst.

Wie von selbst.

Ein grosses Geheimnis. Ein Wunde.r.
(© jfz)

Zwei Tage später…

…durchschreite ich den Vorhang aus Lindenblüten

kleine schwarze Käfer verfangen sich in den Haaren

die Klänge von gestern hängen im Windspiel 

winden sich

um eine Spindel

aus Gold

dem Jasmin entwachsen weisse Sterne

ein Falke legt seine Feder auf den Asphalt

äugt vom Zenith

wem das Orakeln gehört.
(© jfz)

Nachzeichnen, was der Himmel bereits als Möglichkeit weiss. (Auch als Lyrische Schale erhältlich)

Graffito an einer Bushaltestelle in Bern-Liebefeld. ("I bi ä Sünneler")